Sardinien ist die zweitgrößte Insel des Mittelmeers. Sie hat mit etwa 24.000 km² beinahe die Fläche Siziliens und ist damit größer als zum Beispiel das Bundesland Hessen. Sardinien liegt fast zentral in der Mitte zwischen Italien, Frankreich, Tunesien und den spanischen Balearen. Die Insel ist eine politisch autonome Region Italiens.
Die Landschaft Sardiniens
Strände, Berge, Wälder: Sardiniens Landschaft ist abwechslungsreich und in weiten Teilen naturbelassen. Die Küste Sardiniens gestaltet sich von paradisischen Badestränden bis hin zu schroffen Steilküsten. Oft finden sich Felsen, die das Meer zu bizarren Formen ausgewaschen hat, als wunderbare Fotomotive.

Badestrand und Felsküsten auf Sardinien
Sardinien hat einen größeren Anteil an naturbelassenen Flächen. Die Bewaldung wurde durch eine stärkere Bewirtschaftung mit Ziegen und Schafen für die Käseproduktion zurückgedrängt. Nach wie vor sind aber Kork- und Steineichen, Olivenbäume und Eukalyptusbäume zu finden.
Die Salzwasser-Lagunen der Insel beheimaten eine große Vielfalt an Fischen und Vögeln, unter ihnen viele geschützte und vom Aussterben bedrohte Arten. Besonders beliebt ist der Anblick der rosa Flamingos, deren Vorkommen in Europa viele Touristen überrascht. Selbst am Abendhimmel Cagliaris, der Hauptstadt Sardiniens, sind die fliegenden Flamingoschwärme ein beliebter Anblick.

Zwei Flamingos auf Sardinien
Klima
Das Wetter Sardiniens ist der Lage der Insel entsprechend vorwiegend sonnig. Die Sommer sind heiß, Frühling und Herbst sind angenehm warm und auch die Winter sind vergleichsweise milde. Für ein Bad im Meer reichen die Temperaturen in der Winterzeit aber eher nicht. Auch kann der Mistral im Winter bis in den Frühling hinein ziemlich stürmisch werden.
Sardinien hat etwa 300 Sonnentage im Jahr und kaum Regen. Der geringen Niederschläge wegen leidet die Insel allerdings im Sommer tendenziell unter Wasserarmut.
Lebensqualität
Gutes Essen und Trinken, gesunde Luft und Wasser, das macht Sardinien aus. Nicht umsonst werden hier überdurchschnittlich viele Menschen 100 Jahre. Die Sarden gelten dabei als herzlich und gastfreundlich, stolz und geradlinig. Sie lieben ihre Insel, ihre Werte und Traditionen.
Sardinien ist nicht nur eine Insel mit wunderschönen Stränden und blauem Meer. Es lohnt sich auf jeden Fall auch alles andere zu erforschen. Die Sarden helfen den Touristinnen und Touristen dabei gerne. Sie haben eigens für sie einen Zug eingerichtet, den trenino verde (”das kleine, grüne Zügchen”). Er fährt in den Sommermonaten ganz beschaulich die ungemein sehenswerten, aber teilweise schwer zugänglichen Regionen der Insel ab.
Anreise per Flugzeug oder Fähre
Dank der Billigflugangebote insbesondere von easyjet dürften die meisten deutschen Touristinnen und Touristen ihren Weg nach Sardinien heute wohl per Flugzeug finden. Die beiden wichtigsten Flughäfen im Süden der Insel Aeroporto Cagliari und Aeroporto Olbia werden aber auch von Air-Berlin oder der sardischen Fluggesellschaft Meridiana angeflogen.
Wer für den Aufenthalt in Sardinien eine Anreise im eigenen Auto sucht, sollte es mit dem Schiff versuchen. Die einfache Überfahrt mit der Sardinien-Fähre von Moby etwa kommt für die Strecke von Genua oder Livorno nach Olbia für eine Person und Auto auf derzeit auf rund 100 Euro. Andere Fährbetriebe wie Grandi Navi Veloci bieten ähnliche Preise. Nach knapp zehn Stunden ist dann die kleine Schiffsreise vorüber. Wer bei einer Anreise über Nacht auf seinen Komfort wert legt sollte an eine Kabine mit Bett und ggf. auch mit dem extra bepreisten Aussichtsfenster denken; der Preis für die Kabine übertrifft allerdings die einfachen Fährkosten in der Regel deutlich.
Wissenswertes

Die sardische Flagge. Wappen und Flagge Sardiniens zeigen vier schwarze Köpfe mit Kopfbinde, die in ein rotes Kreuz auf weißem Grund eingebettet sind. Die Bedeutung und Herkunft ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen.
Sardisch. Auf Sardinien werden neben dem amtlichen Italienisch mehrere eigene Sprachen gesprochen. Die verbreitetste unter ihnen ist das Sardische, das etwa 80% der gut 1,6 Millionen Einwohner geläufig ist. Die sardische Sprache ist auf Sardinien seit 1999 dem Italienischen offiziell gleichgestellt.
Mirto. Eine Spezialität Sardiniens ist der Likör Mirto. Er wird gerne als Verdauungslikör gereicht.
Sardiniens Wirtschaft hat ihre Schwerpunkte heute in der Käse-, Wein- und Korkproduktion sowie im Dienstleistungssektor, vor allem auch im Tourismus.
Sandalyon. Die Form des italienischen Festlands wird häufig mit einem Stiefel in Verbindung gebracht. Die historischen Griechen fanden, dass der Umriss Sardiniens dem Abdruck einer Sandale ähnelt und gaben der Insel den Namen “Sandalyon”.
