
Brindisi liegt in der südostitalienischen Region Apulien, am “Absatz” des berühmten italienischen “Stiefels”. Die Hafenstadt Brindisi blickt auf eine mehrere Jahrtausende alte Geschichte zurück. Die ersten Siedlungen entstanden bereits mehrere Jahrhunderte vor Christi Geburt. 267 v. Chr. wurde die Siedlung schließlich von den Römern eingenommen und erhielt den Namen Brundisium.

Blick auf Brindisi vom Hafen aus
Das Klima von Brindisi
Brindisi hat über lange Jahre hinweg ein mittelmeertypisch gemäßigt warmes Klima. Der kälteste Monat ist der Januar mit einer durchschnittlichen Temperatur von knapp 10 ° Celsius, als wärmster Monat kommt der August auf durchschnittlich etwa 25 ° C. Spitzentemperaturen von bis zu 40 ° C sind im August allerdings keine Seltenheit. Regen fällt in Brindisi vor allem im Herbst und Winter.
Von Brundisium zu Brindisi
Der historische Name Brundisium soll vom antiken Wort “Brunda” herstammen, was so viel wie Hirschkopf bedeute. Noch heute ist erkennbar, wie dieser Name entstanden sein kann: über den Kopf des zentralen Hafens von Brindisi hinaus ragen zwei Wasserarme bis weit in die Stadt hinein. Von oben betrachtet mutet der Hafen von Brindisi wie ein Kopf mit einem Geweih an: ein Hirschkopf.

Ansicht bei der Einfahrt in den Hafen von Brindisi
Die Via Appia
Die große Bedeutung von Brindisi zu Zeiten des römischen Reiches wird an zwei zentralen römischen Bauwerken klar. Die wichtigste Straße des Reiches, die Via Appia, führte vom nordwestlichen Rom quer durch das das heutige Italien bis zum Hafen von Brindisi im Südosten. Brindisi wurde damit zum wichtigsten römischen Umschlagplatz für Waren aus dem Orient, und auch für Sklaven. Der Handelsweg wurde so bedeutsam, dass Kaiser Trajan sogar den Bau einer weiteren Trasse der Via Appia von Benevent über Bari nach Brindisi beauftragte. Die Reisedauer zwischen Rom und Brindisi konnte damit um knapp zwei Tage auf etwa zwölf Tage beschleunigt werden. Der Name Via Appia (deutsch: “Straße des Appius”) geht dabei auf den Konsul Appius Claudius Caesus zurück, der das gigantische Straßenprojekt – die “Königin der Straßen” – maßgeblich vorantrieb. Die schnellere östlichere Route bekam dann den Beinamen Via Traiana.

Überreste der antiken Hauptstraße des römischen Reichs - der Via Appia
An die römische Zeit Brindisis erinnert noch heute das Wahrzeichen der Stadt: die rund 18 Meter hohe Säule Colonne del Porto aus dem 3. Jahrhundert nach Christi. Die zweite, nahezu identische Säule stürzte im 16. Jahrhundert ein – heute ist nur noch ihr Sockel auf dem Palazzo Nervegna enthalten.
Römer, Byzantiner, Normannen und Staufer
Nach vielen Jahren römischer Herrschaft fiel Brindisi im 6. Jahrhundert unter die Herrschaft des Byzantinischen Reiches und hatte von 840 bis 870 den Status eines islamischen Emirats inne. Zu Beginn des 11. Jahrhunderts erfolgte schließlich die normannische Eroberung, so dass Brindisi in den beiden folgenden Jahrhunderten unter staufischer Herrschaft einen Höhepunkt erlebte. In dieser Zeit kam dem Hafen von Brindisi die Rolle eines bedeutenden Anknüpfungspunktes für die Kreuzzüge nach Palästina zu. Des weiteren spielte der Hafen lange Zeit eine wichtige Rolle als Handelsposten nach Griechenland, Albanien sowie in die Türkei.
Die Altstadt von Brindisi
Eine bedeutende Sehenswürdigkeit in der malerischen Altstadt Brindisis sind die Benediktinerkirche San Benedetto aus dem 12. Jahrhundert sowie die Templerkirche San Giovanni al Sepolcro aus dem Vorjahrhundert. Ein ebenso attraktives Ausflugsziel im Umland der Hafenstadt ist die mittelalterliche Kirche Santa Maria di Borgo Casale, welche mit aufwändigem Freskenschmuck aufwartet. Sehenswert ist auch das Seefahrerdenkmal aus der dunklen faschistischen Periode Italiens am Hafen von Brindisi.
Kultur in Brindisi
Neben einer eindrucksvollen Geschichte und zahlreichen Sehenswürdigkeiten hat Brindisi auch kulturell einiges zu bieten. Für einen einfachen Kinobesuch bietet sich das Filmspielhaus “Universal” am Piazza Francesco Crispi an, Opernliebhaber kommen im neuen Nuove Teatro Verdi in der Via Santi auf ihre Kosten.
Wer mehr über die Geschichte seiner Urlaubsstadt erfahren möchte, ist im nach Francesco Ribezzo benannten Museo Archeologico Provinciale von Brindisi an der richtigen Adresse. Das Museum am Piazza Duomo ist auf archäologische und ethnografische Stücke ausgelegt. Es beherbergt zahlreiche Funde aus römischer und messapischer Zeit, darunter zwei riesige, aus dem Meer geborgene Bronzestatuen.
Die gleichnamige Gemeinde um ihre Hauptstadt ist darüber hinaus berühmt für ihr Weinbaugebiet, welches unverwechselbar exquisite Rot- und Roséweine hervorbringt.